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Inland
Justiz

Ein Jahr nach dem Hacken von SKY ECC: Hunderte Akten und verhaftete Verdächtige

Ein Jahr nach dem die Polizei das verschlüsselte und von Kriminellen gerne genutzte Kommunikationssystem SKY ECC knacken konnte, sind alleine in Belgien 276 neue Dossiers eröffnet und 888 Verdächtige festgenommen worden. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um großangelegten Drogenschmuggel.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Nach einer Meldung der Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel hat das Hacken von SKY ECC auf internationaler Ebene auf Ermittlungs- und Fahndungsebene in Belgien einiges in Bewegung gebracht. So konnte bereits 118 seit über einem Jahr laufenden Ermittlungen neue Elemente zugefügt werden.

Daneben wurden alleine in unserem Land 276 neue Dossiers eröffnet und 888 Verdächtige festgenommen werden, von denen sich viele in Untersuchungshaft befinden.

Im Zuge der neuen Ermittlungen, die in erster Linie den internationalen Drogenschmuggel z.B. über den Hafen von Antwerpen betreffen, konnten 90 Tonnen Drogen, mehrheitlich Kokain, beschlagnahmt werden, was einem Straßenverkaufswert von rund 4,5 Mia. € entspricht.  

Nebenbei wurden auch Gelder und Besitztümer im Wert von rund 60 Mio. € beschlagnahmt, darunter Luxusautos (Video oben). 

Vieles kam in Bewegung

Am Tag 1 der Aktion, das war der 9. März 2021, kam es in Belgien gleichzeitig zu über 200 Hausdurchsuchungen und zu 48 Festnahmen. Kurz zuvor war es internationalen Polizeikräften gelungen, 185 sogenannte „Kryptophone“ zu beschlagnahmen und zu knacken, Mobiltelefone, die dazu geeignet waren, über die SKY ECC-App zu kommunizieren.

Ohne diesen Vorgang hätte es keinen Durchbruch in zahllosen Verfahren geben können. Doch es gelang dadurch Milliarden an Mitteilungen zu finden, von denen hunderte Millionen entziffert werden konnten. Bei der Antwerpener Drogenfahndung hieß es dazu: „Wir konnten Kriminelle ins Visier nehmen, die wir noch nicht kannten und wir haben die Arbeitsweise und die Methode von kriminellen Organisationen besser kennengelernt.“

Eric Bisschop von der Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel bemerkte dazu: „Tonnen Drogen sind nicht auf der Straße und bei unseren Bürgern angekommen. Zahlreiche Kriminelle wurden festgenommen und ausgeschaltet.“ 

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