Missbrauchsopfer outen sich nach Vangheluwe
Nach der Bemerkung eines Täteranwalts, eines der mutmaßlichen Missbrauchsopfer seines Mandanten sei ein „Phantast“, gab der angesehene VRT-Fernsehmoderator Chris Dusauchoit (Foto oben) per Twitter bekannt, dass auch er als Kind sexuell missbraucht worden sei.
Er tat dies, um anderen Opfern den Mut zu geben, sich ebenfalls zu outen, um solchen Verbrechen ein Gesicht zu geben. Am Donnerstagabend erzählte auch die N-VA-Politikerin Valerie Van Peel (kl. Foto), dass sie schon in frühem Kindesalter missbraucht worden sei.
Inzwischen melden sich Stunde um Stunde Menschen bei den verschiedenen Hotlines und Anlaufstellen, um ebenfalls über ihre Missbrauchsgeschichte zu sprechen. Das Thema ist denn auch im belgischen Bundesland Flandern wieder deutlich aktuell. Nicht wenige der Betroffenen sprachen am Freitagmorgen anonym telefonisch auch mit den Redakteuren der VRT-Radiosendung „Hautekiet“.
Ein aufgebrachtes Bistum
Doch auch das Bistum Brügge ist durch die Haltung von Ex-Bischof Vangheluwe und von dessen Anwalt schockiert. Vor einigen Tagen deutete das Bistum an, von der Konfrontation Vangheluwes mit einem seiner Opfer in den Räumen der belgischen Bundespolizei nicht unterrichtet gewesen zu sein. Am Freitag rief das Bistum den Vatikan auf, Roger Vangheluwe strenger zu bestrafen.
Bisher darf Vangheluwe keine geistlichen Ämter mehr bekleiden und er muss „im Verborgenen“ leben, sprich, er darf nicht in Belgien. Lode Aerts, der neue Bischof von Brügge, zeigte sich durch die weiterhin eiskalte Haltung seines Vorgängers schockiert und fordert vom Vatikan ein strengeres Auftreten: „Das ist eine Schande. Das ist etwas, das Beunruhigung auslöst.“ Welche Strafen das Brügger Bistum fordert, ist unbekannt.